Azubi-Suche im Hotelgewerbe – Branche tut sich schwer

Azubi-Suche im Hotelgewerbe – Die Branche tut sich schwer bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden

In der Hotellerie und Gastronomie sind deutschlandweit 1,8 Millionen Menschen beschäftigt, darunter etwa 63 000 Auszubildende. Und die Branche bietet gute Aufstiegschancen: Der Sprung vom Azubi zum Küchenchef, zum Hoteldirektor oder zum selbstständigen Restaurantbesitzer ist durchaus keine Seltenheit. Trotzdem beklagen viele Betriebe einen zunehmenden Mangel an Nachwuchskräften.

Azubi-Suche im Hotelgewerbe

Rund 63 000 Auszubildende sind in der Hotellerie und Gastronomie beschäftigt, aber die Branche hat Probleme bei der Azubi-Suche im Hotelgewerbe.
Bildquelle: Agentur für Arbeit

Einer der Gründe: Die Branche leidet unter einem schlechten Image. Unter Köchen gibt es eine anhaltend hohe Abbrecherquote, viele Azubis klagen über häufige Überstunden oder schlechte Arbeitsbedingungen – und das spricht sich bei den Jugendlichen herum.

Laut der Agentur für Arbeit Reutlingen wurden im Juli im Agenturbezirk 40 freie Ausbildungsplätze im Bereiche Hotellerie angeboten, lediglich 26 Bewerber zeigten Interesse. Noch schlechter sieht es in der Gastronomie und im Service aus, auf 49 offene Lehrstellen kamen hier 14 Bewerber. Zum Vergleich: Im kaufmännischen Bereich gab es 96 Ausbildungsangebote und mit 136 Bewerbern einen deutlichen Überhang an Interessenten.

Im Münsinger Hotel Gasthof Herrmann sollten zum Herbst vier neue Azubis eingestellt werden, gesucht waren zwei Köche, eine Restaurant- und eine Hotelfachkraft. Die Ausbildungsstelle zur Hotelfachkraft blieb allerdings unbesetzt, weil die Interessenten nicht den Vorstellungen der Personalverantwortlichen entsprachen. “Wir hatten schon genügend Interessenten, aber die Qualität einiger Bewerber ließ zu wünschen übrig”, bedauert Inhaber Jürgen Autenrieth.

Der Hotel- und Gastronomiebetrieb hat in den vergangenen Jahren regelmäßig ausgebildet. In letzter Zeit sei es aber schwieriger geworden, geeigneten Nachwuchs zu finden, berichtet Autenrieth. Er hat beobachtet, dass Qualifikation und Ausbildungsreife der Schulabgänger nachgelassen hat. “Das liegt oft daran, dass die Jugendlichen nicht genau wissen, was sie wollen.”

Bei der Suche nach Azubis kooperiert das Hotel Herrmann mit verschiedenen Schulen und bietet regelmäßig Praktikumsplätze an. Wer sich als Azubi engagiert zeigt und in der Berufsschule gute Noten bekommt, erhält einen Bonus. Zudem gibt es Betriebspatenschaften für Lehrlinge.

“Wir wollen auch in den kommenden Jahren ausbilden, da wir auch in Zukunft Fachkräfte benötigen”, sagt der Hotelchef. “Wenn wir es schaffen, Jugendliche für unseren Beruf zu begeistern, werden wir auch genügend Nachwuchs finden”, ist er zuversichtlich.

Bewerber mit Defiziten

Auch im Hotel Restaurant Rößle in Dettingen ist der Mangel an Auszubildenden spürbar. Von drei zum Herbst ausgeschriebenen Stellen konnten nicht alle besetzt werden. “Im Hotel- und Restaurantbereich sowie in der Küche hatten wir genügend Bewerber, jemanden für die Lehrstelle in unserer Metzgerei zu finden, ist allerdings schwierig”, erklärt Birgit Schlecht.

Die Hotelchefin beklagt ebenfalls die mangelnde Qualifikation und Ausbildungsreife von Schulabgängern. Insbesondere in puncto Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen sieht sie bei vielen Jugendlichen Defizite. “Viele junge Menschen haben nach der Schule noch keinen Plan für ihren weiteren Berufsweg”, hat sie beobachtet.

Bei der Suche nach geeigneten Azubis setzt das Hotel Restaurant auf Partnerschaften mit Schulen im Ermstal sowie auf verstärkte Internetpräsenz. Als zusätzliche Leistungen erhalten die Azubis im Betrieb interne und externe Schulungen.

“Wir wollen auch in Zukunft weiter ausbilden, allerdings nur interessierte und geeignete Bewerber”, betont Birgit Schlecht. Und auch sie weiß, dass die Nachwuchssuche nicht einfacher wird: “Es wird immer schwieriger, geeignete junge Menschen für unsere Dienstleistungsbranche zu begeistern.”

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Azubi-Mangel: Strategien bei der Suche nach Auszubildenden

Prämien für gute Noten

Vorbei sind die Zeiten, in denen Schulabgänger sich bei der Suche nach einer Lehrstelle die Hacken abgelaufen haben. Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich gedreht, inzwischen sind es die Betriebe, die nach geeigneten Azubis Ausschau halten müssen.

Eine der vom Azubi-Mangel besonders betroffenen Branchen ist das Lebensmittelhandwerk: Laut der Agentur für Arbeit Reutlingen wurden im Juli im Agenturbezirk 98 freie Ausbildungsplätze in der Lebensmittel- und Genussmittelherstellung angeboten, lediglich 20 Bewerber zeigten Interesse.

“Die Branche hat gegen ein schlechtes Image zu kämpfen”, sagt Edith Stoll, leitende Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Reutlingen. Bei der Berufsberatung sei es schwierig, Jugendliche für die Lebensmittelverarbeitung zu begeistern, wenn sie sich erst einmal für eine andere Richtung entschieden hätten. “Unsere Gesellschaft müsste dem Thema Lebensmittel insgesamt mehr Bedeutung zumessen”, appelliert die Berufsberaterin.

Azubi-Mangel: Keine Bewerber

Azubi-Mangel in der Lebensmittelverarbeitung

Azubi-Mangel: Muss die Fleischerei-Fachverkäuferin künftig auf eine “Rote Liste” der gefährdeten Berufe? (Bildquelle: Fotolia)

Die Metzgerei Oskar Zeeb GmbH hat in den vergangenen fünf Jahren etwa 25 Auszubildende eingestellt. Zum Herbst wurden zehn neue Lehrlinge gesucht, vier Stellen blieben jedoch unbesetzt. Es werde immer schwieriger, geeignete Bewerber zu finden, berichtet Geschäftsführer Jürgen Zeeb. “Das Image unserer Branche ist nicht so gut, deshalb haben wir zu wenig Bewerber.”

Auch die Qualifikation und die Ausbildungsreife der Schulabgänger hätten nachgelassen, so sein Eindruck. “Die Schulabgänger mit guten Noten bewerben sich in anderen Branchen”, bedauert der Unternehmer.

Der Metzgerei-Betrieb setzt bei der Nachwuchssuche auf Praktika und auf Präsenz bei Ausbildungsmessen. “Leider hatten wir bei den Messen bislang wenig Erfolg”, bedauert Zeeb. Als zusätzliche Leistungen zur Ausbildungsvergütung bietet das Unternehmen Personalrabatt auf die eigenen Produkte sowie Prämien für gute Leistungen. Auch auf Fortbildung für die Azubis wird großen Wert gelegt.

Er wolle auch in Zukunft weiter ausbilden, um den eigenen Bedarf an Fachkräften zu sichern, kündigt Zeeb an. “Aber so lange genügend Lehrstellen in anderen Branchen angeboten werden, tun wir uns schwer.”

Entspannter sieht die Situation bei der Bäckerei Keim GmbH aus: Auf die zehn ausgeschriebenen Ausbildungsstellen, die zum Herbst zu besetzen waren, meldeten sich 25 Bewerber, 15 davon kamen in die engere Auswahl. Ulrike Keim-Rittelmann, Ausbildungsbeauftragte bei Keim, hat aber ebenfalls den Eindruck, dass es schwieriger geworden ist, freie Ausbildungsstellen zu besetzen. Vor allem im vergangenen Jahr habe es einen Bewerbermangel gegeben. “Aber”, erklärt die Ausbildungsbeauftragte, “wir präsentieren uns sehr aktiv und kooperieren mit drei Partnerschulen. Viele Bewerber werden allerdings auch über Mundpropaganda auf uns aufmerksam”. Zudem betreibt die Bäckerei eine eigene Ausbildungs-Homepage.

Praktika im Ausland

Um die Lehre attraktiver zu machen, bietet die Bäckerei freiwillige Zusatzleistungen wie Auslandspraktika, Prämien nach dem zweiten Lehrjahr, Schulungen. Hilfe bei der Wohnungssuche zählt ebenfalls zu den Extras. Bei privaten Problemen der Azubis hat die Ausbilderin ebenfalls ein offenes Ohr: “Wenn wir helfen können, tun wir das gerne.”

Ulrike Keim-Rittelmann könnte sich auch vorstellen, Prämien für gute Schulnoten zu bezahlen – “aber ich bin mir nicht sicher, ob dies auf die weniger guten Schüler nicht demotivierend wirken würde”. Auszubildende ab 21 Jahren oder solche mit bereits abgeschlossener Lehre bekommen bei Keim Lehrzeitverkürzung. “Das machen wir generell”, betont sie.

Die Ausbildungsbeauftragte befürchtet, dass sich der Azubi-Mangel in den kommenden Jahren fortsetzt. Ihre Strategie: »Wir müssen noch mehr auf die Schüler zugehen.«

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Azubi-Suche in der Baubranche – Auf das Image kommt es an!

Azubi-Suche Baubranche – Strategien von Betrieben aus der Region Neckar-Alb bei der schwierigen Suche nach geeigneten Azubis

Immer mehr Ausbildungsbetriebe suchen vergeblich Nachwuchskräfte. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages konnten allein im Bereich der Industrie- und Handelskammern in 2013 rund 80 000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Fast jeder zehnte Betrieb setzt bei der Azubi-Suche auf materielle oder finanzielle Anreize – sogar Dienstwagen für Azubis oder ein Smartphone als “Goodie” sind keine Seltenheit mehr.

Azubi-Suche Baubranche

Azubi-Suche: In der Baubranche fehlt es an Nachwuchs, einzelne Betriebe locken Schulabgänger mit Smartphones oder einem Zuschuss für den Führerschein in die Ausbildung. FOTO: BA

Besonders groß ist der Nachwuchsmangel in den Branchen Bau, Hotel und Lebensmittelverarbeitung. “Generell tun sich der Dienstleistungsbereich und die Handwerker schwerer bei der Suche als die Industrie”, weiß Edith Stoll, leitende Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Reutlingen.

Allerdings seien die Strategien bei Azubi-Suche innerhalb dieser Branchen sehr unterschiedlich. “Es gibt Betriebe, die erfolgreich um Nachwuchs werben, die sorgen dafür, dass sie auf dem Ausbildungsmarkt präsent sind – ein gutes Image beeindruckt eben”, sagt Edith Stoll.

Die F. Kirchhoff. Systembau GmbH in Münsingen hatte zum Herbst vier Lehrstellen zu besetzen. Während sich für die Ausbildung zum Industriekaufmann rund 100 Schulabgänger bewarben und 15 Bewerber sich für das duale Studium “Bauingenieur plus” interessierten, schickten lediglich drei Bewerber ihre Unterlagen für die Offerten Maurer und Stahlbetonbauer.

Betriebe in Konkurrenz

“Den Handwerksberufen stehen Schulabgänger und ihre Eltern eher skeptisch gegenüber, sodass die Besetzung entsprechender Ausbildungsstellen für uns eine echte Herausforderung ist”, berichtet Karin Ritter, Ausbilderin bei Kirchhoff.

Betriebe im Handwerk können ihrer Meinung nach nicht mehr allein mit guten Zukunftsperspektiven punkten. “Leider treten einige Handwerker mit zusätzlichen materiellen Leistungen für Azubis immer mehr in Konkurrenz zu anderen Betrieben”, bedauert sie. Besser wäre es, die ideellen Vorzüge des Berufsstandes in den Vordergrund zu stellen. Der Besuch von Ausbildungsmessen gehört bei Kirchhoff im Rahmen ihrer Azubi-Suche zum Pflichtprogramm. Dort hat Karin Ritter einen Bewusstseinswandel beobachtet: Schulabgänger und ihre Eltern würden sich von den Angeboten der Aussteller berieseln lassen und die eigenen beruflichen Neigungen hintenanstellen.

“Den Eltern und Schülern muss klar sein, dass mit der aktuellen Schulpolitik ein Überangebot an Studierenden und den daraus resultierenden Berufsfeldern entsteht. Der wahre ‘King’ wird zukünftig der Facharbeiter in der Industrie und im Handwerk sein”, sagt Ewald Schmauder, Geschäftsführer der F. Kirchhoff Systembau GmbH. Die Löhne für diese Berufe würden überdurchschnittlich steigen, ein guter Facharbeiter werde künftig mehr verdienen als ein durchschnittlicher Ingenieur, ist er überzeugt.

Bei Kirchhoff gibt es zudem regelmäßig Kooperationen mit Schulen. “Wir beziehen unsere Auszubildenden in diese Projekte mit ein, sie werden hierfür fachlich und sozial vorbereitet – und die Azubis erleben sich als Lehrende.” Sehr positiv werde auch der betriebliche Azubi-Tag aufgenommen, berichtet Karin Ritter.

“Es wird immer schwieriger, geeignete Azubis zu finden”, hat auch Rolf Hailfinger, Geschäftsführer der Hailfinger Bau in Sonnenbühl, festgestellt. Er bemängelt, dass die Qualifikation, die Ausbildungsreife und die berufliche Motivation der Bewerber in den vergangenen Jahren merklich nachgelassen habe: “Freizeit, Computer, Smartphone und Ähnliches sind den Jugendlichen heute wichtiger als gute Schulnoten und die Verantwortung für sich selbst.” Entscheidend sei auch, dass die Eltern hinter der Ausbildung ihrer Kinder stehen.

Derzeit sind elf Mitarbeiter – darunter zwei Auszubildende – beschäftigt. Zum Herbst war keine neue Lehrstelle zu besetzen. Gleichwohl will der Betrieb weiter auf Ausbildung setzen: “Unser Ziel ist, den eigenen Mitarbeiterstamm durch gute Azubis zu sichern”, erklärt Hailfinger.

Die Hailfinger GmbH & Co. KG nutzt regelmäßig die Gelegenheit, sich bei Berufsmessen und bei Veranstaltungen der Bau-Innung zu präsentieren. Auch Kooperationen mit Schulen werden gepflegt. Zudem werden Praktika für Schüler angeboten.

Bei der Azubi-Suche setzt der Unternehmer nicht auf “Goodies”. Für Rolf Hailfinger stehen die klassischen Werte im Vordergrund: “Wir haben ein gutes Betriebsklima und sind seit 80 Jahren ein renommierter Ausbildungsbetrieb – und natürlich gibt es für gute Azubis auch einen Leistungsbonus.” (GEA)

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Yasemin Bisinger: Ausbildung mit Hörbehinderung

 Yasemin Bisinger: Hab mich richtig reingehängt

Brummende Ventilatoren, Dauerberieselung aus dem Radio, nonstop Maschinenlärm, für Yasemin Bisinger bedeutet das Stress pur. Bei einem für andere Menschen noch erträglichen Geräuschpegel kann sie sich nur schwer auf ein Gespräch oder auf eine knifflige Arbeit konzentrieren – ihre Hochleistungs-Hörgeräte unterscheiden nämlich nicht zwischen wichtigen und unwichtigen akustischen Signalen.

Die 21-Jährige aus Bodelshausen ist seit ihrer Geburt schwerhörig. Aber sie ist, wie sie selber sagt, eine Kämpferin. Trotz ihres Handicaps legten ihre Eltern viel Wert darauf, dass sie als Kind die Lautsprache erlernte. Nach dem integrativen Kindergarten und integrativer Grundschule besuchte sie ab der fünften Klasse eine Körperbehindertenschule. Aber bei der Ausbildung wollte sie keinen Sonderweg gehen.

“Es war klar, dass ich nicht als Telefonistin oder als Verkäuferin arbeiten kann, aber ich wollte unbedingt was Kreatives machen”, sagt Yasemin Bisinger. Während ihrer Praxisstufe an der Mössinger Dreifürstensteinschule schnupperte sie in einige Berufe hinein: Optiker, Goldschmied, Elektrohandwerk, Mediengestaltung.

Besonders gefallen hat ihr das Praktikum beim Orthopädieschuhmacher in Reutlingen. Ihr Chef gab ihr den Tipp, es doch mal mit einer Bewerbung in der Schuhmacherei an den Staatstheatern Stuttgart zu versuchen.

Unterstützung erhielt sie bei der Stellensuche von der Rehaberatung der Agentur für Arbeit in Reutlingen. Zudem stand ihr Britta Raspe, Fachberaterin der Paulinenpflege Winnenden, zur Seite. Im Berufsbildungswerk der Paulinenpflege Winnenden können hör- und sprachbehinderte junge Menschen eine Ausbildung machen oder werden in ihrer betrieblichen Ausbildung begleitet.

Diese Maßnahmen finanziert die Agentur für Arbeit. “Wir geben Infos zu geeigneten Praktikumsplätzen, helfen beim Umgang mit Behörden, unterstützen Jugendliche mit Behinderung bei der Bewerbung und sind auch bei den Vorstellungsgesprächen mit dabei”, erklärt Britta Raspe.

Gelungene Probearbeit

Yasemin Bisinger: Ausbildung mit Hörbehinderung

Maßschuhe für das große Theater: Die 21-jährige Yasemin Bisinger (links) und ihre Ausbilderin Verena Bähr in der Schuhmacherei an den Staatstheatern in Stuttgart. FOTO: BAIER

Vor der Ausbildung musste sich Yasemin Bisinger bei einer Probearbeit beweisen. “Da hab ich mich richtig reingehängt”, erklärt sie. Die Arbeitsprobe, ein Mäppchen für Stifte, überzeugte Verena Bähr, Ausbilderin in der Schuhmacherei an den Staatstheatern: “Sie ist sehr engagiert zur Sache gegangen.”

Nervös war Yasemin Bisinger vor allem beim eigentlichen Bewerbungsgespräch, als sie fünf Personalverantwortlichen gegenübersaß. “Aber ich hab mich durchgeboxt.” Sie bekam schließlich die Stelle und konnte im September 2012 mit der Ausbildung beginnen.

Vor dem Start lotete Fachberaterin Britta Raspe gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb aus, welche technischen Vorkehrungen für die behinderte Auszubildende notwendig und sinnvoll wären. Handlungsbedarf bestand in puncto Feuerschutz. Damit die schwerhörige Azubi gewarnt werden kann, wurde ein mit dem Alarm gekoppeltes Lichtsignal an ihrem Arbeitsplatz installiert. Das Hilfsmittel wurde von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Zudem übernimmt die Agentur rund zwei Drittel der Vergütung für die hörgeschädigte Auszubildende plus die Kosten für die wohnortnahe Reha und für den Berufsschulunterricht.

“Es war auch wichtig, bei den Kollegen ein Bewusstsein für Yasemins spezielles Handicap zu entwickeln”, erläutert Ausbildungsbegleiterin Britta Raspe. Zudem organisierte die Ausbilderin Verena Bähr Gesprächsrunden mit der neuen Azubi und allen Kollegen, um sie intensiv in die interne Kommunikation einzubinden.

Zur Berufsschule fährt Yasemin Bisinger, die inzwischen in Stuttgart wohnt, nach Essen ans Rheinisch-Westfälische Berufskolleg. Dort werden Jugendliche mit speziellem Förderbedarf unterrichtet. “Es war schwierig eine Schule zu finden, die für Schwerhörige geeignet ist und auch noch Schuhmacher ausbildet.”

Ihre Schuhmacher-Lehre dauert noch bis 2015. Danach will sich Yasemin Bisinger eine Stelle in ihrem Beruf suchen. Aber sie hat auch einen Plan B: eine Zusatzausbildung – “vielleicht als Orthopädieschuhmacherin, Sattlerin oder als Feintäschnerin”. (GEA)

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Studium Holzwirtschaft: Karriere auf dem Holzweg

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Geschlechterverteilung auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Männer hämmern, Frauen Tippen

Frauen, die auf dem Bau arbeiten, oder Männer als Sprechstundenhelfer sind in Deutschland immer noch eher die Ausnahme. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die kürzlich in Nürnberg vorgestellt wurde, arbeiten rund 60 Prozent der berufstätigen Frauen weiterhin in typischen Frauenberufen.

Geschlechterverteilung im Beruf

Geschlechterverteilung im Beruf
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Elternzeit I – Bleibende Papa-Momente

Marc Riedel hat sich nach der Geburt seines Sohnes Levin eine Auszeit vom Job gegönnt.

Mit dem Baby durch die Wohnung krabbeln oder eine Schaukel basteln statt Mailings schreiben und Messestände konzipieren – Marc Riedel, Teamleiter Marketing bei der AOK Neckar-Alb, hat die Freuden eines frischgebackenen Vaters in vollen Zügen ausgekostet und dafür sogar eine Auszeit vom Job genommen. “Es gab tolle Papa-Momente, die Elternzeit war für mich eine wunderbare Erfahrung”, schwärmt er. Weiterlesen

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Tipps zur Erstellung von Online-Stellenanzeigen auf regioalbjobs.de

Stellenmarkt: Vom Angebotsmarkt (Print) zum Bedarfsmarkt (Online)

Personalverantwortliche in Unternehmen, die Online-Stellenanzeigen schalten, stehen vor einer großen Herausforderung (ohne sich dessen unter Umständen bewusst zu sein!). Denn im Vergleich zu einer Print-Stellenanzeige werden an die Online-Stellenanzeige ganz andere Anforderungen gestellt. Weiterlesen

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Zusätzlich 100.000 Fachkräfte

Initiative – Die Bundesagentur für Arbeit will verstärkt ungelernte Arbeitslose in Ausbildung bringen

Mit 30 oder 35 Jahren noch eine Ausbildung machen? Warum eigentlich nicht. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels haben ältere Berufseinsteiger inzwischen gute Perspektiven. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat eine Initiative Erstausbildung junger Erwachsener – Spätstarter gesucht ins Leben gerufen, mit der bundesweit in den nächsten drei Jahren rund 100.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden sollen. Weiterlesen

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KFZ-Mechatroniker / KFZ-Mechatronikerin

Jobs und Ausbildungs-Angebote

Aufgaben KFZ-Mechatroniker / KFZ-Mechatronikerin

Ein KFZ-Mechatroniker sind in Unternehmen zuständig für Wartung, Prüfung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Außerdem sind sie zuständig für die Aufrüstung der Fahrzeuge mit Sonderausstattungen, Zusatzeinrichtungen und Zubehörteilen.

KFZ-Mechatroniker

KFZ-Mechatroniker bei der Arbeit ;-)
Bildquelle: Flickr, Thomas Reincke, CC-BY

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