Azubi-Suche in der Baubranche – Auf das Image kommt es an!

Azubi-Suche Baubranche – Strategien von Betrieben aus der Region Neckar-Alb bei der schwierigen Suche nach geeigneten Azubis

Immer mehr Ausbildungsbetriebe suchen vergeblich Nachwuchskräfte. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages konnten allein im Bereich der Industrie- und Handelskammern in 2013 rund 80 000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Fast jeder zehnte Betrieb setzt bei der Azubi-Suche auf materielle oder finanzielle Anreize – sogar Dienstwagen für Azubis oder ein Smartphone als “Goodie” sind keine Seltenheit mehr.

Azubi-Suche Baubranche

Azubi-Suche: In der Baubranche fehlt es an Nachwuchs, einzelne Betriebe locken Schulabgänger mit Smartphones oder einem Zuschuss für den Führerschein in die Ausbildung. FOTO: BA

Besonders groß ist der Nachwuchsmangel in den Branchen Bau, Hotel und Lebensmittelverarbeitung. “Generell tun sich der Dienstleistungsbereich und die Handwerker schwerer bei der Suche als die Industrie”, weiß Edith Stoll, leitende Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Reutlingen.

Allerdings seien die Strategien bei Azubi-Suche innerhalb dieser Branchen sehr unterschiedlich. “Es gibt Betriebe, die erfolgreich um Nachwuchs werben, die sorgen dafür, dass sie auf dem Ausbildungsmarkt präsent sind – ein gutes Image beeindruckt eben”, sagt Edith Stoll.

Die F. Kirchhoff. Systembau GmbH in Münsingen hatte zum Herbst vier Lehrstellen zu besetzen. Während sich für die Ausbildung zum Industriekaufmann rund 100 Schulabgänger bewarben und 15 Bewerber sich für das duale Studium “Bauingenieur plus” interessierten, schickten lediglich drei Bewerber ihre Unterlagen für die Offerten Maurer und Stahlbetonbauer.

Betriebe in Konkurrenz

“Den Handwerksberufen stehen Schulabgänger und ihre Eltern eher skeptisch gegenüber, sodass die Besetzung entsprechender Ausbildungsstellen für uns eine echte Herausforderung ist”, berichtet Karin Ritter, Ausbilderin bei Kirchhoff.

Betriebe im Handwerk können ihrer Meinung nach nicht mehr allein mit guten Zukunftsperspektiven punkten. “Leider treten einige Handwerker mit zusätzlichen materiellen Leistungen für Azubis immer mehr in Konkurrenz zu anderen Betrieben”, bedauert sie. Besser wäre es, die ideellen Vorzüge des Berufsstandes in den Vordergrund zu stellen. Der Besuch von Ausbildungsmessen gehört bei Kirchhoff im Rahmen ihrer Azubi-Suche zum Pflichtprogramm. Dort hat Karin Ritter einen Bewusstseinswandel beobachtet: Schulabgänger und ihre Eltern würden sich von den Angeboten der Aussteller berieseln lassen und die eigenen beruflichen Neigungen hintenanstellen.

“Den Eltern und Schülern muss klar sein, dass mit der aktuellen Schulpolitik ein Überangebot an Studierenden und den daraus resultierenden Berufsfeldern entsteht. Der wahre ‘King’ wird zukünftig der Facharbeiter in der Industrie und im Handwerk sein”, sagt Ewald Schmauder, Geschäftsführer der F. Kirchhoff Systembau GmbH. Die Löhne für diese Berufe würden überdurchschnittlich steigen, ein guter Facharbeiter werde künftig mehr verdienen als ein durchschnittlicher Ingenieur, ist er überzeugt.

Bei Kirchhoff gibt es zudem regelmäßig Kooperationen mit Schulen. “Wir beziehen unsere Auszubildenden in diese Projekte mit ein, sie werden hierfür fachlich und sozial vorbereitet – und die Azubis erleben sich als Lehrende.” Sehr positiv werde auch der betriebliche Azubi-Tag aufgenommen, berichtet Karin Ritter.

“Es wird immer schwieriger, geeignete Azubis zu finden”, hat auch Rolf Hailfinger, Geschäftsführer der Hailfinger Bau in Sonnenbühl, festgestellt. Er bemängelt, dass die Qualifikation, die Ausbildungsreife und die berufliche Motivation der Bewerber in den vergangenen Jahren merklich nachgelassen habe: “Freizeit, Computer, Smartphone und Ähnliches sind den Jugendlichen heute wichtiger als gute Schulnoten und die Verantwortung für sich selbst.” Entscheidend sei auch, dass die Eltern hinter der Ausbildung ihrer Kinder stehen.

Derzeit sind elf Mitarbeiter – darunter zwei Auszubildende – beschäftigt. Zum Herbst war keine neue Lehrstelle zu besetzen. Gleichwohl will der Betrieb weiter auf Ausbildung setzen: “Unser Ziel ist, den eigenen Mitarbeiterstamm durch gute Azubis zu sichern”, erklärt Hailfinger.

Die Hailfinger GmbH & Co. KG nutzt regelmäßig die Gelegenheit, sich bei Berufsmessen und bei Veranstaltungen der Bau-Innung zu präsentieren. Auch Kooperationen mit Schulen werden gepflegt. Zudem werden Praktika für Schüler angeboten.

Bei der Azubi-Suche setzt der Unternehmer nicht auf “Goodies”. Für Rolf Hailfinger stehen die klassischen Werte im Vordergrund: “Wir haben ein gutes Betriebsklima und sind seit 80 Jahren ein renommierter Ausbildungsbetrieb – und natürlich gibt es für gute Azubis auch einen Leistungsbonus.” (GEA)

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Yasemin Bisinger: Ausbildung mit Hörbehinderung

 Yasemin Bisinger: Hab mich richtig reingehängt

Brummende Ventilatoren, Dauerberieselung aus dem Radio, nonstop Maschinenlärm, für Yasemin Bisinger bedeutet das Stress pur. Bei einem für andere Menschen noch erträglichen Geräuschpegel kann sie sich nur schwer auf ein Gespräch oder auf eine knifflige Arbeit konzentrieren – ihre Hochleistungs-Hörgeräte unterscheiden nämlich nicht zwischen wichtigen und unwichtigen akustischen Signalen.

Die 21-Jährige aus Bodelshausen ist seit ihrer Geburt schwerhörig. Aber sie ist, wie sie selber sagt, eine Kämpferin. Trotz ihres Handicaps legten ihre Eltern viel Wert darauf, dass sie als Kind die Lautsprache erlernte. Nach dem integrativen Kindergarten und integrativer Grundschule besuchte sie ab der fünften Klasse eine Körperbehindertenschule. Aber bei der Ausbildung wollte sie keinen Sonderweg gehen.

“Es war klar, dass ich nicht als Telefonistin oder als Verkäuferin arbeiten kann, aber ich wollte unbedingt was Kreatives machen”, sagt Yasemin Bisinger. Während ihrer Praxisstufe an der Mössinger Dreifürstensteinschule schnupperte sie in einige Berufe hinein: Optiker, Goldschmied, Elektrohandwerk, Mediengestaltung.

Besonders gefallen hat ihr das Praktikum beim Orthopädieschuhmacher in Reutlingen. Ihr Chef gab ihr den Tipp, es doch mal mit einer Bewerbung in der Schuhmacherei an den Staatstheatern Stuttgart zu versuchen.

Unterstützung erhielt sie bei der Stellensuche von der Rehaberatung der Agentur für Arbeit in Reutlingen. Zudem stand ihr Britta Raspe, Fachberaterin der Paulinenpflege Winnenden, zur Seite. Im Berufsbildungswerk der Paulinenpflege Winnenden können hör- und sprachbehinderte junge Menschen eine Ausbildung machen oder werden in ihrer betrieblichen Ausbildung begleitet.

Diese Maßnahmen finanziert die Agentur für Arbeit. “Wir geben Infos zu geeigneten Praktikumsplätzen, helfen beim Umgang mit Behörden, unterstützen Jugendliche mit Behinderung bei der Bewerbung und sind auch bei den Vorstellungsgesprächen mit dabei”, erklärt Britta Raspe.

Gelungene Probearbeit

Yasemin Bisinger: Ausbildung mit Hörbehinderung

Maßschuhe für das große Theater: Die 21-jährige Yasemin Bisinger (links) und ihre Ausbilderin Verena Bähr in der Schuhmacherei an den Staatstheatern in Stuttgart. FOTO: BAIER

Vor der Ausbildung musste sich Yasemin Bisinger bei einer Probearbeit beweisen. “Da hab ich mich richtig reingehängt”, erklärt sie. Die Arbeitsprobe, ein Mäppchen für Stifte, überzeugte Verena Bähr, Ausbilderin in der Schuhmacherei an den Staatstheatern: “Sie ist sehr engagiert zur Sache gegangen.”

Nervös war Yasemin Bisinger vor allem beim eigentlichen Bewerbungsgespräch, als sie fünf Personalverantwortlichen gegenübersaß. “Aber ich hab mich durchgeboxt.” Sie bekam schließlich die Stelle und konnte im September 2012 mit der Ausbildung beginnen.

Vor dem Start lotete Fachberaterin Britta Raspe gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb aus, welche technischen Vorkehrungen für die behinderte Auszubildende notwendig und sinnvoll wären. Handlungsbedarf bestand in puncto Feuerschutz. Damit die schwerhörige Azubi gewarnt werden kann, wurde ein mit dem Alarm gekoppeltes Lichtsignal an ihrem Arbeitsplatz installiert. Das Hilfsmittel wurde von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Zudem übernimmt die Agentur rund zwei Drittel der Vergütung für die hörgeschädigte Auszubildende plus die Kosten für die wohnortnahe Reha und für den Berufsschulunterricht.

“Es war auch wichtig, bei den Kollegen ein Bewusstsein für Yasemins spezielles Handicap zu entwickeln”, erläutert Ausbildungsbegleiterin Britta Raspe. Zudem organisierte die Ausbilderin Verena Bähr Gesprächsrunden mit der neuen Azubi und allen Kollegen, um sie intensiv in die interne Kommunikation einzubinden.

Zur Berufsschule fährt Yasemin Bisinger, die inzwischen in Stuttgart wohnt, nach Essen ans Rheinisch-Westfälische Berufskolleg. Dort werden Jugendliche mit speziellem Förderbedarf unterrichtet. “Es war schwierig eine Schule zu finden, die für Schwerhörige geeignet ist und auch noch Schuhmacher ausbildet.”

Ihre Schuhmacher-Lehre dauert noch bis 2015. Danach will sich Yasemin Bisinger eine Stelle in ihrem Beruf suchen. Aber sie hat auch einen Plan B: eine Zusatzausbildung – “vielleicht als Orthopädieschuhmacherin, Sattlerin oder als Feintäschnerin”. (GEA)

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Studium Holzwirtschaft: Karriere auf dem Holzweg

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Geschlechterverteilung auf dem deutschen Arbeitsmarkt

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Frauen, die auf dem Bau arbeiten, oder Männer als Sprechstundenhelfer sind in Deutschland immer noch eher die Ausnahme. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die kürzlich in Nürnberg vorgestellt wurde, arbeiten rund 60 Prozent der berufstätigen Frauen weiterhin in typischen Frauenberufen.

Geschlechterverteilung im Beruf

Geschlechterverteilung im Beruf
Bildquelle: Fotolia

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Tipps zur Erstellung von Online-Stellenanzeigen auf regioalbjobs.de

Stellenmarkt: Vom Angebotsmarkt (Print) zum Bedarfsmarkt (Online)

Personalverantwortliche in Unternehmen, die Online-Stellenanzeigen schalten, stehen vor einer großen Herausforderung (ohne sich dessen unter Umständen bewusst zu sein!). Denn im Vergleich zu einer Print-Stellenanzeige werden an die Online-Stellenanzeige ganz andere Anforderungen gestellt. Weiterlesen

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Zusätzlich 100.000 Fachkräfte

Initiative – Die Bundesagentur für Arbeit will verstärkt ungelernte Arbeitslose in Ausbildung bringen

Mit 30 oder 35 Jahren noch eine Ausbildung machen? Warum eigentlich nicht. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels haben ältere Berufseinsteiger inzwischen gute Perspektiven. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat eine Initiative Erstausbildung junger Erwachsener – Spätstarter gesucht ins Leben gerufen, mit der bundesweit in den nächsten drei Jahren rund 100.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden sollen. Weiterlesen

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KFZ-Mechatroniker / KFZ-Mechatronikerin

Jobs und Ausbildungs-Angebote

Aufgaben KFZ-Mechatroniker / KFZ-Mechatronikerin

Ein KFZ-Mechatroniker sind in Unternehmen zuständig für Wartung, Prüfung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Außerdem sind sie zuständig für die Aufrüstung der Fahrzeuge mit Sonderausstattungen, Zusatzeinrichtungen und Zubehörteilen.

KFZ-Mechatroniker

KFZ-Mechatroniker bei der Arbeit ;-)
Bildquelle: Flickr, Thomas Reincke, CC-BY

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Elektroniker/in Betriebstechnik

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Aufgaben Elektroniker/in Betriebstechnik

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  • Automatisierungstechnik

Elektroniker und Elektronikerinnen für Betriebstechnik verantworten Wartung, Reparatur, Störungsbeseitigung und Weiterlesen

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Werkzeugmechaniker / Werkzeugmechanikerin

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Aufgaben Werkzeugmechaniker / Werkzeugmechanikerin

Arbeitsplatz eines Werkzeugmechanikers

Arbeitsplatz eines Werkzeugmechanikers
Feinwerkmechaniker bei der Arbeit.
Bildquelle: Flickr, Paul Anderson, CC-BY

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