
19.02.2026 ● Kathrin Schelling
Produktivität im Homeoffice: Chancen und Grenzen
Wir alle kennen sie, die Klischees über die Arbeit im Homeoffice. Dass weniger gearbeitet wird, wenn niemand zuschaut, weil Haushalt und Hobbys vom Schreibtisch aus erreichbar sind. Eine Langzeitstudie zeigt jedoch: Das stimmt so nicht.
🔹 Effektiver arbeiten im Homeoffice 🔹
Wo sind Mitarbeiter produktiver, im Homeoffice oder ganz klassisch im Büro am Firmensitz? Das hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zwei Jahre lang erforscht, nämlich von 2022 bis 2024. Jetzt sind die Ergebnisse da, und die zeigen: Vom »faulen Lenz« am heimischen Schreibtisch kann nun wirklich nicht die Rede sein.
Im Durchschnitt konnten die rund 11.000 Mitarbeiter der TK, die an der Studie teilnahmen, im Homeoffice 20% mehr Kundenanliegen bearbeiten und Telefonate führen. Das lag vor allem daran, dass sie sich hier besser konzentrieren konnten – im Homeoffice gibt es einfach weniger Störfaktoren als in einem Büro, das sich die meisten von uns mit Kollegen teilen. Deshalb wurden diese Aufgaben im Homeoffice übrigens auch deutlich häufiger durchgeführt als im Büro: So war es praktischer und lief insgesamt einfach besser.
🔹 Warum Präsenz trotzdem ihren Wert hat 🔹
Okay, das Homeoffice hat seine Vorteile. Aber das bedeutet nicht, dass es für alle Mitarbeiter die beste Lösung ist. Ob wir am heimischen Schreibtisch schneller vorankommen als im Büro, hängt schließlich stark davon ab, welche Aufgaben gerade anstehen. Tatsächlich zeichnet sich auch in der IAO-Studie ab, dass 100% Homeoffice im Schnitt nicht unbedingt die besten Ergebnisse bedeutet.
Der »Kipppunkt«, an dem mehr Homeoffice keine zusätzlichen Vorteile bringt, liegt – zumindest für die untersuchten Mitarbeiter der TK – bei ca. 60%. Bis zu drei Tage pro Woche im Homeoffice ermöglichen es dem Team, ihre Aufgaben so zu verteilen, dass sie die jeweiligen Vorteile ihrer Arbeitsumgebung optimal nutzen können. Das bedeutet, dass im Homeoffice diejenigen Aufgaben konzentriert erledigt werden, die im Büro länger dauern würden.
Doch damit die Produktivität langfristig nicht sinkt, braucht es braucht es auch die zwei Tage vor Ort – und zwar für den fachlichen Austausch mit den Kollegen. Die schnelle Absprache zwischen Tür und Angel, das gemeinsame Brainstorming bei einer Tasse Kaffee und sogar kleine Bemerkungen wie »übrigens, denk dran, dass dieser Termin ansteht« können schließlich einen großen Unterschied machen.
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